Arbeitsplätze und Existenzen von Arbeitnehmern sichern

Die Situation für die arbeitenden Menschen in der Krise ist extrem und widersprüchlich.
Während ein Teil der Beschäftigten und kleine Selbstständige in akuter Existenzangst leben, sind in anderen Bereichen Menschen z.T. über ihre Belastungsgrenze hinaus gefordert und müssen Überstunden und zusätzliche Schichten leisten. Zu all dem muss dann noch die Kinderbetreuung sichergestellt sein. Alles in allem eine nicht zu unterschätzende physische und psychische Belastung für die Familien. Opa und Oma stehen auch nicht zur Verfügung. 
Kleine Unternehmen ( Reisebüros, Gastronome, Hotels, KFZ- Betriebe, Parfümerien, klassische Buchhändler, Friseure, Kosmetiker, Personenverkehrswesen usw. ) die keine Möglichkeit haben ihre Geschäft zu digitalisieren sehen dadurch akut ihr Überleben in Gefahr, andere machen hohe Gewinne und profitieren gewollt oder ungewollt durch die aktuelle Situation und erhöhen massiv ihre Profite.
Der Erhalt von Arbeitsplätzen hat für den Vorsitzenden der SPD Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in Nordhessen, Oliver Kohlhund, absolute Priorität. Ausdrücklich begrüßt er die Regelungen zur Kurzarbeit, besonders auch den Wegfall bürokratischer Hemmnisse, wie bei der Bewilligung oder die Ausdehnung auf Leiharbeit.
Allerdings kritisiert Kohlhund die Höhe des Kurzarbeitergeldes von 60 % bzw. 67 %: „Gerade Menschen mit niedrigen Einkommen, die nur auf Kurzarbeitergeld angewiesen sind, können davon nicht einmal ihre laufenden Kosten bestreiten. Im Extremfall müssen sie ergänzend Hilfe zum Lebensunterhalt beim Jobcenter beantragen. Dieser Zustand sei untragbar, zumal die Betroffenen keinerlei Schuld an der jetzigen Situation trifft“, beschreibt Oliver Kohlhund die Situation. Auch weist er darauf hin, dass das Kurzarbeitergeld der Steuerpflicht unterliegt, dies aber mit der Steuererklärung 2020 fällig wird.
Mit Nachdruck unterstützt die nordhessische SPD Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) die gewerkschaftlichen Forderungen nach Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 90 % des zuletzt erzielten Nettoentgelts.
Die Arbeitsgemeinschaft richtet einen dringenden Appell an Betriebsräte und Arbeitgeber, die Verteilung der Kurzarbeit so zu regeln, dass für möglichst wenig Arbeitnehmer das sogenannte „Kurzarbeitergeld Null“ (d.h. die Reduzierung der Arbeitszeit auf 0 Stunden) erforderlich wird.
Sie weist ebenfalls darauf hin, dass in vielen Tarifverträgen Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld vereinbart sind.
Ferner ist es zwingend erforderlich, ähnlich wie beim Mieterschutz, zusätzliche Kündigungsschutzmaßnahmen im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung einzuführen, um auch für diesen Beschäftigtenbereich einen“ Schutzschirm“ zu spannen.
Insgesamt würde sichtbar, dass die Einkommen der wahren Leistungsträger in der Gesellschaft viel zu niedrig sind. Kohlhund: “Es ist unausweichlich den gesetzlichen Mindestlohn nachhaltig zu erhöhen, kurzfristig sollten alle Zuschläge, die durch Systemrelevante Tätigkeiten entstehen für die Dauer der Krise steuerfrei sein. Ohne eine Deckelung auf 1.500 €.
Die Beschäftigten in Systemrelevanten Jobs ( LKW Fahrer, Krankenschwestern und Ärzte sowie Pflegepersonal, Supermarktangestellte, Lebensmittelindustrie, alle Arbeiter und Angestellten in der Daseinsvorsorge Wasser, Energie usw. ) tragen auf ihren Schultern eine Last wie sie zuvor nicht dagewesen ist. Ohne diese Helden des Alltags würde unsere Gesellschaft nicht mehr funktionieren.
Wir fordern das nach der Krise nicht vor der Krise ist und genau diese Berufsgruppen, entsprechend auch entlohnt werden müssen.